Asien

Traditionen aus Asien

Die ältesten medizinischen Grundlagenwerke, die noch heute im Gebrauch sind, werden Kaisern zugeschrieben, die mehrere Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung gelebt haben sollen. Das sind jedoch Legenden. Bekannt sind das Shennong ben cao jing, eine Pflanzenheilkunde, und das Huangdi Neijing, eine ausführliche Darstellung sowohl der Diagnose- und Therapieverfahren als auch der Akupunktur. Nach Beginn unserer Zeitrechnung entstand das Shang Han Lun, eine Abhandlung über Kälte-Krankheiten. Sie gilt als die älteste klinische Abhandlung der Medizingeschichte überhaupt. Aus der Zeit der Ming-Dynastie (1368 bis 1644) stammt eine Reihe berühmter Schriften, darunter das Ben Cao Gang Mu, ein Kompendium der Materia Medica.

Im Verständnis der Traditionellen Chinesischen Medizin entsteht Krankheit durch ein energetisches Ungleichgewicht in den Organen und Leitbahnen (Meridiane). Durch Erhebung der Anamnese (Krankengeschichte) mit Fragen zu allgemeinen Lebensäußerungen sowie Puls- und Zungendiagnose werden diese Disharmonien differenziert beschrieben. Die beiden therapeutischen Hauptsäulen bestehen aus Akupunktur und Chinesischer Arzneitherapie, die durch Ohrakupunktur, Schröpfkopfbehandlung, Guasha und Tuina (spezielle Massageformen) ergänzt werden können.

Ying und Yang der TCM

Die Traditionelle Chinesische Medizin beruht auf einer jahrtausendealten Philosophie, die den menschlichen Körper als Mikrokosmos eines größeren Makrokosmos, dem Universum, sieht. „Dieser Mikrokosmos bildet selbst wieder eine Einheit aus verschiedenen Organsystemen, die alle in Wechselwirkung miteinander stehen“, erklärt Dr. Reinhold Lunow, Internist und Ärztlicher Leiter der Praxisklinik Bornheim, und die Spezialistin für Traditionelle Chinesische Medizin Dr. Eva Berghof-Datzer.

Basis dieser ganzheitlichen Medizin sind folgende drei Grundannahmen über die Beschaffenheit der Welt, die im Standardwerk der Chinesischen Medizin „Di Nei Jing“ (Inner Canon of the Yellow Emperor) dokumentiert sind:

  • Yin und Yang: Zwei gegensätzliche, jedoch sich ergänzende Kräfte bestimmen die Welt und alles Leben.
  • Jedem Lebenwesen ist eine Lebenskraft inne, die Qi genannt wird und durch den Körper über sogenannte Meridiane fließt. Die Gesundheit ist abhängig von der Aufrechterhaltung des ungehinderten Flusses des Qi.
  • Bei der Diagnose unterscheidet der Arzt zwischen bestimmten Prinzipien, um Symptome zu erkennen und Krankheitszustände zu kategorisieren: Kälte/Wärme, Innen/Außen, Yin/Yang (die Hauptkräfte) und die fünfe Elemente: Feuer, Erde, Metall, Wasser und Holz. Letztere entsprechen auch bestimmten Organsystemen im Körper.
Das Individuum steht im Mittelpunkt des ganzheitlichen Ansatzes

Eine Behandlung bei der TCM orientiert sich am einzelnen Menschen, d.h., gleiche Symptome können bei unterschiedlichen Personen zu verschiedenen Therapien führen – ähnlich wie bei der Homöopathie. Akupunktur, Moxibustion (Abbrennen von Käutern über äußeren Reizpunkten), evtl. Ernährungsempfehlungen (Diätetik) und Arzneien (häufig Dekokte, d.h. wässrige Arzneilösungen, gewonnen durch das Abkochen von verschiedenen Substanzen – vorwiegend auf pflanzlicher Basis, aber auch mit mineralischen und tierischen Bestandteilen) sind wichtige Elemente in der Chinesischen Medizin.

Das Körper Geist System der Ayurvedischen Medizin

Ayurveda wird in Südasien seit über 2000 Jahren auf breiter Basis als Volksmedizin praktiziert und ist damit die weltweit älteste Gesundheitslehre mit durchgehender, ungebrochener Tradition. Die Ayurveda-Medizin wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als medizinische Wissenschaft anerkannt. Allein in Indien sind laut WHO mehr als 300.000 ayurvedische Ärzte offiziell registriert, an weit über 200 von der indischen Regierung anerkannten Universitäten und Fachhochschulen wird die ayurvedische Medizin systematisch gelehrt und praktiziert. Ayurveda ist in südasiatischen Ländern (Indien, Sri Lanka, Nepal) der konventionellen Medizin (Schulmedizin) gesetzlich gleichgestellt. Der Ayurveda spielt seit einigen Jahrzehnten auch im Westen, insbesondere in Europa, eine zunehmende Rolle. 

Hinter ayurvedischen Diagnose- und Therapiestrategien stecken tiefsinnige Konzepte zu Gesundheitserhaltung und Krankheitsentstehung. Veranschaulichend und vereinfacht dargestellt wirken in jedem Menschen drei Funktionsprinzipien bzw. Bioenergien, die sog. Doshas – Vata, Pitta, Kapha. Sie sind jeweils für verschiedene Funktionen im Körper-Geist-System zuständig und sollten sich im individuellen Gleichgewicht der eignen Konstitution befinden. Kommt es zu einem Ungleichgewicht dieser Faktoren, sind also einzelne Doshas zu stark oder schwach ausgeprägt, ist diese individuelle Balance gestört und man wird krank.

Der Ayurveda ist als ganzheitliches und mehrdimensionales Medizinsystem stets individuell ausgerichtet und folgt komplexen multimodalen Diagnose- und Therapiepfaden. In ayurvedische Diagnose und Therapie werden sämtliche Faktoren, die sich positiv auf Krankheitsverlauf bzw. Gesundheitserhaltung eines Menschen auswirken können, mit einbezogen.

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